Viele Gründe für eine papierarme Produktion

Industrie 4.0-Strategien lassen sich zwar nicht ohne große Digitalisierungsanstrengungen in der Produktion realisieren, aber eine Digitalisierung macht nicht erst mit Blick auf Industrie 4.0 Sinn. Vielmehr bewirkt eine konsequente Abkehr von den heute noch sehr umfangreich genutzten Papierdokumenten entlang der Produktionsprozesse vielfältige Nutzeneffekte. Werner Felten, Geschäftsführer bei der FELTEN Group, hat die wichtigsten Vorteile einer papierarmen Produktion zusammengestellt:

  1. Beseitigung von Prozesshürden: Dieser Effekt entsteht durch den Abbau der Medienbrüche, die durch die Koexistenz papierbasierter und digitaler Dokumente bzw. Daten entstehen. Innerhalb von Prozessketten in der Produktion erzeugen sie erhebliche Verzögerungen, weil Informationen manuell von Papierdokumenten in Systeme oder umgekehrt übertragen werden müssen. 
  2. Reduzierung der Prozesskosten: In den Prozessen verbergen sich die größten Optimierungspotenziale der Wirtschaftlichkeit. Um sie aktivieren zu können, reicht es aber nicht, ein verbessertes Prozessdesign zu entwickeln, sondern es muss auch der Digitalisierungsgrad gesteigert werden, um kostensenkende Effekte zu erreichen. 
  3. Beseitigung von Produktivitätsbremsen: Stehen Dokumente und Informationen nicht unmittelbar am Arbeitsplatz zur Verfügung, sondern müssen sie zunächst beschafft oder die Zulieferung abgewartet werden, wird der Produktivitätsgrad der Mitarbeiter beeinträchtigt. Eine Digitalisierung sorgt hingegen für eine zeit- und ortsunabhängige Verfügbarkeit aller relevanten Informationen und beseitigt nebenbei auch noch die herkömmlichen Informationsinseln. 
  4. Nachhaltiger Qualitätsgewinn: Wo manuelle Tätigkeiten im Spiel sind, da besteht auch immer ein großes Fehlerrisiko. Und wenn die Zahl der manuellen Eingriffe in die Prozesse reduziert werden kann, entsteht eine geringere Fehlerquote. Das qualitative Plus erzeugt Zeitgewinn und eine höhere Wirtschaftlichkeit, außerdem wirkt es positiv in den Markt hinein.
  5. Kundenorientierte Prozessbeschleunigung: Wenn infolge einer Abkehr vom Medium Papier die Prozesse in der Produktion schneller werden, entstehen auch zwangsläufig positive Effekte für die Kunden. Dazu zählt nicht nur schnelle Lieferung, sondern es kann durch Nutzung der digital zur Verfügung stehenden Informationen auch eine kundengerechtere Kommunikation beispielsweise zum Produktions- und Lieferungsstatus realisiert werden.
  6. Einfacheres Organisationsmanagement: Da die Nutzung digitaler Informationen mehr Transparenz erzeugt, werden regelmäßige und projektbezogene Steuerungs- und Abstimmungsprozesse deutlich einfacher.
  7. Wirkungsvolleres Prozesscontrolling: Kennzahlen sind wichtig als Steuerungsinstrumente, um mögliche Schwächen in den Abläufen objektiv erkennen und daraus die notwendigen Handlungserfordernisse ableiten zu können. Werden sie elektronisch generiert und müssen nicht zunächst von Papierdokumente manuell erfasst werden, lassen sie sich schneller, vielfältiger und fehlerfreier auswerten.
  8. Mehr Agilität: Es entstehen bei neuen internen oder Marktanforderungen kürzere Reaktionszeiten, weil digital geprägte Prozesse schneller modifizierbar sind und somit flexibler auf veränderte Erfordernisse zugeschnitten werden können. Dies kann von unschätzbarem Nutzen für Unternehmen sein, da die Kunden in deutlich steigendem Maß hohe Flexibilitätsanforderungen stellen.