Industrie 4.0: Jetzt herrschen mehrheitlich positive Erwartungen

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bietet eine spannende Perspektive
64%
wird die Produktionsprinzipien völlig verändern
73%
bietet neue Chancen für die Wettbewerbsfähigkeit
59%
fordert besonders den Mittelstand heraus
51%
Nutzenperspektiven unklar
37%
ist technisch noch länger nicht realisierbar
39%
wird intern Akzeptanzschwierigkeiten schaffen
37%

In den Fertigungsunternehmen weicht die bisherige Zurückhaltung beim Thema Industrie 4.0 immer mehr, inzwischen erwarten die meisten positive Perspektiven. Ebenso ist nach einer Vergleichsuntersuchung der FELTEN Group binnen Jahresfrist der Anteil der Unternehmen mit konkreten Industrie 4.0-Planungen deutlich gestiegen. Zu den auffälligsten Erkenntnissen der Befragung von über 300 Produktionsmanager gehört, dass sie nun mehrheitlich neue Wettbewerbschancen durch eine Ausrichtung auf Industrie 4.0 sehen, während vor einem Jahr noch ein gegenteiliges Meinungsbild bestand. Entsprechend gestiegen sind auch die konkreten Nutzenerwartungen, während gleichzeitig die Skepsis gegenüber der Umsetzbarkeit deutlich abgenommen hat: Waren Anfang 2016 noch 59 Prozent der Auffassung, Industrie 4.0 werde sich technisch vorerst noch nicht realisieren lassen, sind es nun noch 39 Prozent. Auch dass diese Entwicklung den Mittelstand übermäßig herausfordern würde, denkt aktuell zwar weiterhin die Hälfte, im letzten Jahr waren es mit 73 Prozent jedoch deutlich mehr.

Diese Veränderung gilt auch insbesondere für die strategischen Planungen in Richtung Industrie 4.0. Hatten sich 2016 erst 13 Prozent intensiv damit beschäftigt, so sind es inzwischen immerhin bereits 38 Prozent. Gleichzeitig hat sich der Kreis der Fertigungsunternehmen, die vorerst nur die Entwicklung im Markt beobachten wollen oder sich bei dem Thema noch gänzlich zurückhalten, von 61 auf 28 Prozent verkleinert. Diese deutliche Veränderung zeigt sich auch in den Maßnahmenplanungen. Jedes fünfte befragte Unternehmen befindet sich aktuell in der Realisierung von Industrie 4.0-Projekten, nachdem es im letzten Jahr erst 5 Prozent waren. Weitere 27 Prozent (9 Prozent in 2016) planen erste konkrete Schritte. Und dafür stehen in jedem zweiten Fall auch spezielle Investitionsbudgets zur Verfügung, für 19 Prozent der Produktionsverantwortlichen haben sie ein deutliches Volumen.

„Nach den anfänglichen Unsicherheiten zeichnet sich gegenwärtig deutlich ab, dass Industrie 4.0 verstärkt als Zukunftsperspektive wahrgenommen wird“, weiß Werner Felten auch aus seinen Beratungsgesprächen. „Vor allem wird den Unternehmen immer deutlicher, wie sie den Weg dorthin sukzessive gestalten können“, so der Geschäftsführer der FELTEN Group. So würden sie verstärkt in MES-Infrastrukturen mit ERP-Integration sowie standardisierten und digitalisierten Produktionsabläufen investieren. „Damit wird ein wichtiges Fundament für die Industrie 4.0-Perspektive geschaffen“, betont er.